Theater Fahrendes Volk
Stephan Boden


 
Theater Fahrendes Volk
Stephan BodenVita
 

Gründer
des mobilen Theaterbetriebes ist Stephan Boden.

Zuletzt war er als Regisseur und Schauspieler bei Kultur auf Rädern
in München tätig.

Das Theater Fahrendes Volk ist eine Initiative zurück zu den Wurzeln des Theaters, hin zum Menschlichen und Konkreten. Es ist mit einem LKW und seiner Ladefläche, die einerseits als Bühne, andererseits als Zuschauerpodest benutzt wird, unterwegs. Das "Theater Fahrendes Volk" ermöglicht Theaterspektakel an außerordentlichen Plätzen, wie beispielsweise an historischen Orten, in Parks, Campingplätzen, Markt- und Theatervorplätzen.
 

Das Besondere dabei ist,
nicht der Zuschauer geht ins Theater, sondern das Theater kommt zu den Zuschauern. Sie wollen den Menschen eine Geschichte erzählen, eine Geschichte von einem Menschen - dem Menschen
Namens Schiller
.

Das Leben ist nur ein Moment... - ein Theaterprojekt
Ausgangspunkt der Stückes, ist der 200. Todestag des Schriftstellers Friedrich Schiller. Anders als bei den Stadttheatern legt Theater Fahrendes Volk Wert darauf, den Schreiber selbst kennen zu lernen und nicht eines seiner berühmten Theaterstücke. Um sich dem Menschen, Künstler, Philosophen, Juristen und Mediziner zu nähern, werden sie sich hauptsächlich mit seiner Biographie auseinander setzen. Dabei lassen sie Zeitgenossen wie zeitgeschichtliche Ereignisse nicht außer Acht.

"Die Schaubühne ist mehr als jede andere öffentliche Anstalt des Staats, eine Schule der praktischen Weisheit, ein Wegweiser durch das bürgerliche Leben, ein unfehlbarer Schlüssel zu den geheimsten Zugängen der menschlichen Seele" - Schiller

Aus fast allen Werken Schillers werden, im Work-in-Process, dienliche Passagen als Ansatz und Ideengeber verwendet. Mit großer Ernsthaftigkeit versucht das mobile Theater dem Publikum die Persönlichkeit Schillers so leicht wie möglich zu vermitteln, ohne ihn selbst und sein Werk zu beschädigen. Das Theater Fahrendes Volk schafft dies durch Humor und Alltagssprache.

"Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle alles Edlen und Guten; das Größte und Schönste, was je geschah, floss aus einer solchen Stimmung." - Schiller

Die zeitliche Epoche Schillers ist geprägt von Großereignissen, wie dem siebenjährigen Krieg, der französischen Revolution und der literaturhistorischen Sturm- und Drangzeit. Wichtige Zeitgenossen waren Goethe, Schlegel, Herder und Kant.

 

Weitere Termine siehe unter News

Die Mitwirkenden

     
   
     
Stephan Boden    

Der Plot


Ausgangsituation für das Spiel sind die letzten Minuten Schillers vor seinem Tode. Fieberanfälle schütteln ihn, während er leidenschaftlich an seinem Werk "Demetrius" arbeitet. Im Fieberwahn erscheinen ihm immer wieder Gestalten aus seiner Vergangenheit. Es wird möglich sein, private Unterredungen mit Goethe, seinen Eltern und seiner Frau Charlotte einzufangen und ihm beim Arbeiten über die Schulter zu sehen. Aus diversen Biographien geht bereits hervor, dass der Künstler Schiller ein ganz anderer war, als die Privatperson.

Schiller war einer der ersten Autoren der von seinen Produkten leben musste. Deshalb hat die Schreibtätigkeit Schillers sein Leben geradezu beherrscht. Dem entspricht ein Mangel an spektakulären Erfahrungen: Reisen, Amouren, psychische Erschütterungen. Schiller hasste den Dualismus. Wie bei vielen Künstlern seiner Zeit, sah bei Schiller das reale Leben anders aus als sein Beschriebenes (Herbeigesehntes).

In ihrem Theaterprojekt erwecken sie den Menschen Schiller zu neuem Leben und stellen ihn in Situationen, die sowohl den Künstler Schiller und sein Werk, als auch die Privatperson Schiller beleuchten. Dabei konzentrieren sie sich auf die Diskrepanz zwischen Denken und Handeln: Kopf versus Bauch, Verstand versus Gefühl.

Die Recherche beläuft sich auf die Jahre 1789 - 1805. Während dieser Zeit ist die größte Dramatik in Schillers Leben zu finden.

Folgende Sequenzen werden untersucht
Schillers nahezu inzestuöses Verhältnis zu seiner Schwester. Die Bekanntschaft mit Charlotte von Kalb. Schillers Reise nach Leipzig. Die Verlobung mit Charlotte von Lengefeld. Der letzte öffentliche Auftritt - sein Theaterbesuch. Der Fieberanfall. Tod seines Vaters. Die franz. Revolution. Die Geburt seines Sohnes Karl.
In Kaffeehäusern trafen sich, die "philosophes" (Aufklärer). Schiller beginnt mit seinen Kant-Studien. Das Gespräch über die Urpflanze begründet die Freundschaft mit Goethe. Im Wettstreit mit ihm dichtet er seine schönsten Balladen: Der Taucher, der Handschuh und die Kraniche des Ibykus.